Tattoo & Piercing als Therapie

Von ärztlicher Seite aus wird stetig, dafür aber recht einseitig immer nur auf Gefahren und Nebenwirkungen von Körperschmuck hingedeutet. Dagegen gibt es eine Fülle sinnvoller Anwendungen sogar in der Medizin, vordringlich aber auch viele positive psychologische Effekte. Der Vortrag listet zum einen den Einsatz von unterschiedlichen Möglichkeiten medizinischer Tätowierungen auf, zum anderen wird auf positive Aspekte wie Verarbeitung traumatischer Erlebnisse durch Tätowierungen, Verstärkung des Selbstbewusstseins durch Körperschmuck, bessere soziale Integration bei Gleichaltrigen und Erhöhung des Körpergefühls eingegangen. Diverse wissenschaftliche Studien zeigen z.B. dass selbstverletzendes Verhalten bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung durch Körperschmuck geringer wird, dass Menschen Todesfälle im nahen Umfeld mit Tattoos besser verarbeiten können und dass traumatische Narben durch eine Tätowierung zu einer deutlich positiveren Einstellung zum Körper führen können. Insbesondere Cover-up-Tätowierungen können das Selbstbewusstsein eines Menschen, der unter einer miserablen Tätowierung leidet, besser und schneller wiederherstellen als jede jahrelange Psychotherapie. „Tattoo als Therapie“ kann helfen auch positive Argumente zu liefern, es muss nur halt der richtige Körperschmuck sein.

by: Prof. Dr. Erich Kasten
Slot 4 (Friday 11:00am-12:30pm)
90 minutes /  deutsch

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